Faszination Fantasyromane

Pergament

– 4. Fortsetzung –

Spät in der Nacht schlug sie das letzte Buch zu, stellte es zurück ins Regal, notierte sich noch einmal etwas und meinte dann zu Bardo: »Es ist spät geworden, lass uns schlafen gehen.“

»Hast du etwas gefunden?«, fragte er bang.

»Ich werde es dir morgen erzählen, jetzt müssen wir nötig ins Bett.«

Da nur ein Bett vorhanden war, bot er an, auf dem Fußboden zu schlafen.

»Kommt überhaupt nicht in Frage. Wenn ich schon mal einen Kerl zu Besuch habe, will ich das auch ausnutzen.« Unbekümmert streifte sie ihr Leinenkleid ab und schien überhaupt nichts dabei zu finden, nun völlig nackt vor Bardo zu stehen. Sie war sehr schön. Schnell hatte sich auch Bardo seiner Klamotten entledigt . . .

2

Der Duft von gebratenem Speck und Spiegeleiern stieg ihm in die Nase und machte ihn wach. Er tastete mit geschlossenen Augen neben sich, aber da war niemand, klar, konnte ja auch nicht, da Krauta ja offensichtlich mit Spiegeleier braten beschäftigt war. Schade eigentlich. Er stand auf und ging zu ihr in den vorderen Raum, wo sie gerade die Spiegeleier auf zwei dicke Brotscheiben platzierte. Sie lächelte ihn an. »Ich wollte dich gerade wecken. Wollen wir draußen frühstücken? Das Wetter ist so schön.«

Dagegen hatte Bardo nichts einzuwenden. Krauta drückte ihm die beiden Teller in die Hand, begab sich ins zweite Zimmer, trat an die hintere Regalwand, zog einen Teil des Regals ein Stück vor und schob ihn dann zur Seite; dahinter kam eine Tür zum Vorschein, die sie nun öffnete und damit den Blick freigab auf eine kleine Holzterrasse, welche eingerahmt war mit verschiedenen Sträuchern, Büschen und Blumen. In der Mitte stand ein runder, rustikaler Holztisch, verziert mit reichlich Schnitzereien, drum herum Baumstammabschnitte als Sitzgelegenheiten.

Bardo zögerte. »Sollten wir uns nicht lieber was überziehen?«

»Nicht nötig«, beruhigte sie ihn, »so früh am Morgen hat sich noch niemand hierher verirrt. Oder ist dir kalt?« Nein, kalt war ihm nicht, und so saßen sie kurz darauf nackt im Garten der Heilerin und Kräuterhexe Krauta und ließen sich die Spiegeleier mit Speck munden. Dazu servierte sie ein dunkles heißes Gebräu, das er nicht kannte. Es schmeckte bitter, schien aber eine stark anregende Wirkung zu haben. Die Sonne versteckte sich noch hinter den Bäumen, sorgte aber trotzdem für die nötige Helligkeit. Die Vögel sangen munter ihre Lieder und der Wald verströmte seinen frühmorgendlichen Frischeduft. Das alles war so schön, dass Bardo fast vergaß, weswegen er hergekommen war.

Als sie aufgegessen hatten, stellte er trotzdem seine Fragen.

»Hast du nun etwas gefunden in den Büchern?«

– hier geht's weiter ... –

Rabe